Interview mit Hermann Reuther anläßlich seines vollendeten 50. Lebensjahres.

Coburg, 1. Dezember 2010

Hermann Reuther
         Hermann Reuther

Herr Reuther, Sie sind 50 Jahre alt geworden und das ist ja ein Alter, wo viele es noch einmal wissen wollen. Sie sind der Gründer und Geschäftsführer von REUTHER-ENTERTAINMENTS und dieses Unternehmen gibt es nun schon seit rund 25 Jahren. Wo stehen Sie jetzt in Ihrem Leben?

Richtig, ich bin dieses Jahr 50 geworden und ich will es noch einmal wissen. Aus geschäftlichen Gründen bin ich mit meiner Familie 2002 nach Neuseeland gegangen. 2005 bin ich wieder nach Deutschland zurückgekommen, vor allem aufgrund meines Sohnes Marcus, der hier in die Schule gehen sollte anstatt in Neuseeland. Und so bin ich immer noch - wie der Engländer sagt - im rat race. Manche behaupten sogar, ich sei ein Workaholic.

Das Rattenrennen lässt Sie nicht los, warum tun Sie sich das eigentlich an?

Nun ja, was ich mache, schafft meinen Kunden und natürlich auch mir Freude. Wenn man etwas macht, was einem Spaß bereitet, dann ist man auch erfolgreich, und wenn man erfolgreich ist, dann hat auch das Unternehmen nachhaltigen Erfolg.

Sie sind jetzt ein langjähriger und versierter Unterhaltungsmanager, angefangen haben Sie ja selbst als Unterhalter. Wie hat sich das zugetragen?

Am 30. April 1977 habe ich meine erste Band in Coburg gegründet, sie hieß „Flight of Time“. Wir haben Punkrock gemacht und dem Publikum Sicherheitsnadeln zugeworfen. Nach dem Konzert war keine einzige Sicherheitsnadel mehr auffindbar. Ich habe auch in Coburg und Rosenheim Betriebswirtschaft studiert, das Studium aber nicht beendet. Ich war zu dieser Zeit lieber als Sänger der Neuen Deutschen Welle unterwegs. Ich war mit etlichen Showgrößen auf der Bühne, so zum Beispiel mit Nena, Markus, der Spider Murphy Gang und vielen anderen. Irgendwann kommt dann die Entscheidung, will ich als Künstler weiter machen oder mich um die Organisation kümmern.

Wie ging das nun weiter? Was waren Ihre ersten Veranstaltungen?

Ich spreche da jetzt ein bisschen aus dem Nähkästchen. Eine Zeitlang war ich Künstler und Manager in einer Person. Die Veranstalter sagten zu mir als Künstler: „Sie haben so einen netten Manager, wir mussten Sie einfach buchen.“ Am nächsten Tag im Büro hat mich der Veranstalter dann angerufen und mich als Manager gefragt, ob ich noch weitere Künstler im Programm hätte, da der Auftritt meines Künstlers so gut gewesen sei. Damit fiel der Startschuss und ich habe im Juli 1987 meine eigene Künstleragentur gegründet, damals schon unter dem Namen REUTHER-ENTERTAINMENTS.

Stimmen Sie mir zu, dass für Sie inzwischen das Internet die wichtigste Vermarktungsplattform geworden ist?

Das Internet ist ein wichtiges Instrument, wir waren da von Anfang an dabei. Ich erinnere mich noch, damals gab es einen Vorläufer, den Bildschirmtext, da haben wir auch von Anfang an mitgemacht und ich habe damals schon viele Aufträge über Bildschirmtext bekommen. Ein Kunde war die Telefunken, die waren sehr zufrieden und haben mich weiter empfohlen, und das ging dann immer so weiter. Am Ende hatten wir Hunderte von Veranstaltungen im Jahr.

Vor der Kommunikationstechnik sind Sie nie zurückgeschreckt. Das sieht man ja an Ihrer Homepage. Sie arbeiten mit Bildern, Texten und sogar mit Videosequenzen. Worin liegt das begründet?

Das Internet liegt mir sehr am Herzen. Die Technik hat mich schon immer fasziniert. Ich finde es gut, wenn man sich frei Informationen verschaffen kann. Journalisten beklagen zwar, dass auch viel gefiltert wird, aber beispielsweise in unserem Reuthers Blog steht es Journalisten offen, ihre Meinung zu äußern. Den Blog wollen wir weiter verbessern und ihn als lebendiges Medium benutzen, in dem sich Interessantes aus der „Reuthers Welt der Freude“ abbildet.

In Ihrem Firmencredo kann man lesen, dass Sie nicht nur Geschäfte machen wollen. Warum ist für Sie wichtig, dass Ihre Unternehmungen einen moralischen Hintergrund haben?

Auf unser Firmencredo lege ich ganz besonders großen Wert. Einer meiner Lieblingskunden ist die Firma Johnson & Johnson, ein echter Global Player. Dort fand ich, dass alle Aktivitäten von einer Moral getragen werden sollen. Sie sollen anderen Menschen dienen und helfen. Und wenn ich das tue, so wird auch mir geholfen. Das kann ich aus meiner eigenen Lebens-erfahrung nur bestätigen und habe dann mein persönliches Credo verfasst. Und so steht dort zum Beispiel, dass wir nur mit eigenem Geld arbeiten. Mein Vater hat immer gesagt, es gibt zwei verschiedene Arten von Geschäftsleuten: Die einen sind die Kaufleute, die an morgen denken. Die anderen sind die Geschäftemacher, die das schnelle Geld machen wollen. Davon haben wir leider in unserer Gesellschaft viel zu viele, die zu Lasten ihrer Mitarbeiter und damit zu Lasten der Gesellschaft handeln. Eine andere Sache ist unser Children Charity Projekt. Entstanden ist das anlässlich der Schloss Callenberg Rally in Coburg, mit dem Maskottchen Cally, dem Schlaufuchs. Wir geben für wohltätige Zwecke nur Sachspenden, darum kümmert sich meine Frau Adelheid. So unterstützen wir zum Beispiel die Coburger Tafel.

Jetzt mache ich einen kleinen Abstecher und sage zwei Worte: „Harley Davidson!“ Was fällt Ihnen dazu ein?

Harley Davidson ist eine Sache, die mein Leben verändert hat. Ich habe ja eingangs erwähnt, dass ich zu den Workaholics gehört habe. 1997 habe ich überlegt, was ich denn meinen Kunden Tolles zum zehnjährigen Bestehen meiner Firma bieten könnte. Ich habe eine Motorradtour für Kunden auf der berühmten Route 66 organisiert. Bei der Gelegenheit bin ich zum ersten Mal Harley Davidson gefahren. Erst habe ich gedacht, was ist denn die Harley für ein schwerfälliges Ding. Aber es hat nicht lange gedauert, und der Virus ist übergesprungen. Seitdem begleitet mich das Thema ununterbrochen. Harley Davidson ist nicht nur ein schönes Motorrad, sondern auch Lifestyle.

Sie wollen ja nicht nur selber genießen, sondern Sie bieten Harley-Davidson-Träume auf mehreren Kontinenten. Wie kam es dazu?

Ich dachte, wenn es mir gefällt, dann gefällt es auch meinen Kunden. Wir haben inzwischen viele Freunde auf diese Weise gewonnen, auf der ganzen Welt. Nicht nur in den USA, sondern auch in Neuseeland, für mich übrigens das Motorradparadies schlechthin. Wir machen auch Touren in Australien und in Südafrika. Wir starten dort in Cape Town und fahren die Garden Route entlang. Ein neues Projekt ist unsere Tibettour, das ist ein lang gehegter Wunsch von mir. Das steht auf meiner persönlichen „Bucket List“, der Liste von Dingen, die man unbedingt im Leben noch erleben will. Wir fahren zum Beispiel zum Mount Everest Basic Camp und dafür benutzen wir Royal Enfield Motorräder, die für dieses Gelände besser geeignet sind. Ich bin übrigens nicht auf die Marke Harley Davidson festgelegt. Für mich spielt der Wunsch des Kunden die entscheidende Rolle.

Warum besinnen Sie sich jetzt wieder auf andere Dinge in Ihrem Leben?

Ein wichtiger Unternehmensbereich sind weiterhin die Reiseangebote. Dazu gehören vor allem die Motorrad Traumreisen sowie inzwischen auch Touren im Geländewagen und in Minibussen. Neu sind Mietwagen- und Fahrradreisen. Daneben werde ich mich aber auch wieder mehr um den Bereich Entertainment kümmern, da komme ich her. Dazu wird gehören, prominente Künstler zu vermarkten, aber auch Newcomer zu fördern und aufzubauen. Weitere Bereiche werden die Veranstaltungstechnik, Videoproduktionen und das Catering bei Veranstaltungen sein.

Sie haben Erfahrung im Umgang mit den ganz Großen des Showbusiness. Woran haben Sie ganz besondere Erinnerungen?

Ich habe viele Jahre gute Erfahrungen mit zahlreichen Stars gehabt. Spontan muss ich da zum Beispiel an Roy Black denken. Ich erinnere mich an einen seiner Auftritte in Linz, da habe ich ihn als einen ganz lieben Menschen erlebt. Viele Stars sind im Umgang völlig normal und offen. Weil sie gerne offen sein wollen und die Nähe zu den Menschen abseits der Bühne suchen. Ein anderer, den ich noch lieber erwähne, ist mein Freund Harald Juhnke. Er trat bei einer meiner ersten gemanagten Veranstaltungen auf. Er kam, ich habe ihn in Empfang genommen und in seine Garderobe geführt. Die Garderobe bestand aus einem kleinen Wohnwagen, wo wir dann die Zeit bis zu seinem großen Auftritt verbracht haben. Ich habe später mit Harald Juhnke noch viele große Veranstaltungen gemacht. Das Bild, das ich von ihm gewonnen habe, war ein völlig anderes, als das, das in der Öffentlichkeit existierte. Er war so ein lieber, normaler und freundlicher Mensch, der in meiner Gegenwart nie einen Tropfen Alkohol angerührt hat.

Sie arbeiten mit vielen Künstlern zusammen. Wenn Sie nachdenken, wer spielte und spielt da eine besondere Rolle?

Eine Künstlerin, die wir jetzt aktuell im Management haben, ist Norma Normale. Sie macht eine Komik-Revue und ich arbeite mit ihr schon seit über 20 Jahren zusammen. Jetzt wollen wir etwas realisieren, wovon wir schon seit 20 Jahren sprechen, wir wollen das Lied „Wenn ich ein Junge wär“ von Rita Pavone neu aufnehmen und auf den Markt bringen. Sie hat das, was ich bei vielen heutigen Künstlern vermisse, nämlich die Menschlichkeit und die Normalität. Wen ich auch noch sehr gerne habe, das ist Jörg Knör. Er ist noch von der alten Schule und bringt vieles mit Frische rüber. Im Fernsehen ist er schon sehr gut, aber live bei Firmenveranstaltungen ist er noch besser, wenn er beispielsweise Prominente zum Thema sprechen lässt. Es war immer meine Vorstellung, mit Künstlern zu arbeiten, die ihr Programm Produkt bezogen umstellen können. „Entertainment mit Konzept“, das ist ein Schlagwort, das ich schon vor Jahren kreiert habe.

Sie haben sicher Ihre Unternehmensstrategie im Hinterkopf. Was sind Ihre Ziele?

Ein mittelfristiges Ziel ist, dass wir unser Unternehmen noch weiter nach vorn bringen wollen. Ich meine damit meine Unternehmensstandorte in den USA, in Neuseeland und in Deutschland, wobei natürlich der Standort Deutschland Priorität hat. Wir wollen in den jeweiligen Ländern nicht nur Reisen durchführen, sondern auch deren Bewohner für unsere Traumreisen in anderen Destinationen begeistern. Da soll dann auch der Bereich Entertainment eine Rolle spielen. Wir wollen noch bekannter werden, nicht nur bei den Kunden, sondern auch in der Gesellschaft, als „Reuthers World of Enjoyment“, als „Reuthers Welt der Freude“. Wir wollen einen Gegenpol zur momentanen gesellschaftlichen Situation anbieten, eine Welt der Freude. Dazu gehören unter anderem unsere künftigen Seminare und Vorträge im Lifestyle Bereich, wo es um bewußtes Leben und Gesundheit geht. Gerade jetzt, mit 50, will ich es nochmal wissen. Ich möchte ein Unternehmen haben, das weltweit präsent ist. Dazu habe ich die Marke „Reuthers“ kreiert. Viele sagen, das habe ich doch schon einmal gehört, und meinen eigentlich eine Nachrichtenagentur. Wir werden allerdings mit „th“ geschrieben - und was ich besonders betonen will, deren Job ist es, die schlechten Nachrichten zu verbreiten. Unser Job dagegen ist die Welt der Freude und Träume zu erfüllen. Das ist der große Unterschied. Diese Definition ist übrigens von meinen Kunden gekommen und das hat mich ganz besonders gefreut.

Das ist ja ein tolles Schlusswort. Danke für das Gespräch.

Das Gespräch führte Christian Göller.


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